Sicherlich sind Sie auch so ein konservativer Leser wie ich, der nur gedruckte Bücher in die Hand nimmt. An ihnen kann man beim Durchblättern herrlich riechen und die Druckschwärze und das Papier beschnuppern, man kann Ecken falzen, um ein Lesezeichen einzufügen und notfalls auch etwas ins Buch hineinschreiben. Nun, seitdem aber auf der letzten Buchmesse im Oktober 2009 in Frankfurt die E-Book-Geräte so stark propagiert wurden und das Thema von der Presse kräftig aufgegriffen wurde, habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht. Und mich im Kollegenkreis in Mailinglisten und Foren informiert und gefragt, wer ein digitales Lesegerät benutzen würde oder dies schon tut und wie man die zukünftige Entwicklung einschätzt.
Der Tenor war überall der gleiche: Nur ein gedrucktes Buch kommt mir in die Hand! Aber es gab auch einige gegenteilige Meinungen: Beim nächsten Urlaub, beim Verreisen, mit nur 5 kg Bordgepäck für das Flugzeug, und dann möchte ich gern alle meine fünf Urlaubs-Bücher mitnehmen … da kam dann schon das Argument, dann wäre so ein E-Book-Lesegerät nicht schlecht.
Ein Kollege drückte sich sogar noch drastischer aus: Er bezeichnete die Jammerer und Heuler, die dem gedruckten Buch hinterherweinen und den Sprung ins digitale Zeitalter nicht schaffen, als antiquierte Leute, die noch an der guten alten Buchdruckkunst mit Bleilettern zu Zeiten Gutenbergs hängen geblieben sind und alles verschlafen. Ein Argument, dem ich durchaus etwas abzugewinnen vermag.
Und die Analysten sehen in 10 Jahren den Umsatz von digitalen Büchern bei ca. 40 % des Gesamtumsatzvolumens.
Nun, da die Entwicklung in das Digitale geht – ich sitze schließlich selbst jeden Tag ca. 10 Stdn. vor dem Computer und wickle dort weitestgehend alles ab –, wie es schon leidvoll die Musikindustrie erfahren hat, gehe ich von meinen persönlichen Vorlieben für das gedruckte Buch ab und stelle dies hinten an. Ich bin der Meinung, dass die digitalen Bücher in den kommenden Jahren einen neuen Markt erschließen werden. Der sich neben den Printmedien etablieren wird. Und auf diesen Zug ins Digitale will ich aufspringen und ihn nicht versäumen.
Aus diesem Grund werde ich im nächsten halben Jahr – wenn die Finanzierung gesichert ist – 7 von mittlerweile 9 Buchtiteln aus meinem Verlag von einem Dienstleister in ein digitales Format konvertieren lassen, damit sie auf E-Book-Readern zu lesen sind.
Zu diesem Zweck werde ich mit meinem Barsortimenter Libri einen Distributionsvertrag abschließen, der mir gewährleistet, dass die E-Books – vermutlich mit Kopierschutz und ähnlichem – im E-Book-Shop von Libri und einigen hundert angeschlossenen weiteren E-Book-Shops in Deutschland und Europa vertrieben werden.
Spätestens ab Sommer 2010 können dann Sie, lieber Kunde und Leser, Bücher auch digital downloaden und auf dem Lesegerät mit in den Urlaub nehmen.






